Alternativen in der
 Architekturausbildung

Artikel auf  architectura.de, 1999
von Anne-Catrin Schultz

Mit der wachsenden Präsenz des Internet als Mittel der Informationsübertragung und -speicherung, sowie der Kommunikation und des Marktes, ist nahezu jede Disziplin dazu gezwungen, sich mit den Konsequenzen und möglichen Einflüssen auseinanderzusetzen. Die Definition von Raum, sowie das Verständnis von Ort ändert sich mit der Existenz von virtuellen Orten, sogenannten Homepages, die die Bausteine des übernationalen Netzwerks von Dokumenten darstellen. Diese sind nicht vom traditionellen Verständnis von Ort, Stadt oder Region und Heimat geprägt, müssen jedoch ebenso gestaltet werden und benötigen Administration und Organisation. (Man muss allerdings gegenwärtig sein, dass das Internet ebenfalls auf bestimmte Länder und Sprachen konzentriert ist und auch nur einer sehr beschränkten Nutzerschaft zugänglich ist.

Die neue Form der Präsenz verbunden mit der Verfügbarkeit grosser Mengen von Informationen, sowie der einfachen Verbindung von Interessensgruppen in der ganzen Welt könnte die Form des Architekturlehrens ebenso verändern. Präsentation, Publikation und Kooperation ist innerhalb eines Mediums möglich. "My Keyboard is my classroom" könnte der Leitsatz der Zukunft der Architekturerziehung sein. Per Keyboard kann eine hohe Anzahl von Studierenden und Interessierten erreicht werden, die flexibel und ortsunabhängig nach einem individuellem Zeitplan arbeiten können. Im Hinblick auf die Problemstellungen in der Architekturausbildung bleibt bei der Betrachtung von Kommunikation via Computer beispielsweise die Frage offen nach der Repräsentation von Farbe, Material und Licht. Das Ausbilden von Raumverständnis scheint im Widerspruch zum virtuellen Lehren und Lernen am flachen Bildschirm. Der Einsatz des Internet in der Architekturlehre besitzt je nach gelehrter Thematik unterschiedliche Präferenzen. Entwurfslehre muss eine andere Behandlung geniessen als inhaltsbezogene Seminarveranstaltungen beispielsweise über Baurecht oder Baustofflehre.
Verschiedene Experimente wurden durchgeführt zu diesem Thema oder sind immer noch im Gang. Die Entwicklung reicht von blossen Online-Publikationen bis zu komplexen Interaktionen zwischen Studentengruppen mittels Videokonferenzen. Die Integration des Internet in die Architekturausbildung fordert eine breite Auswahl von Themen heraus und wird neue Vorgehensweisen kreieren für die übertragung, Organisation und Bereitstellung von Informationen. Die Interaktion zwischen Lehrer und Schüler muss auf dem Dialog basieren, die Art des Kontaktes ermöglicht unhierarchischen Umgang. Orientierungswissen gewinnt an Wichtigkeit gegenüber traditionellem Verfügungswissen. Daraus kann allerdings auch resultieren, dass keine gemeinsame Wissensgrundlage mehr erzielt wird und die Einschätzung von vorraussetzbarem Hintergrundswissen erschwert ist. Mit Distance Teaching beginnt die Grenze zwischen Lehren und Lernen zu schwinden. Lehrergebnisse vorheriger Generationen können weitergenutzt werden, eine zugängliche Lehrhistorie entsteht.

Virtuelles Lehren und Lernen

Im Internet bewegen sich im wesentlichen drei Nutzergruppen:
Eine Gruppe sind private Nutzer, die sich aus verschiedensten Gründen durch das Internet bewegen. Die zweite Gruppe besteht aus Firmen, die ihr Produkt oder ihre Dienstleistung vermarkten wollen und vor allem an der Acquise neuer und dem Erhalt bereits bestehender Kundschaft interessiert sind. Interaktive Kataloge ermöglichen Auswahl, Bestellung und Bezahlung in einem. Im Bereich der kommerziellen Anwendung ist das Internet als virtueller Marktplatz eine Erweiterung konventioneller Wege, Kundschaft zu erreichen.
Institutionen, die das Internet nutzen, um sich intern zu organisieren und ihren Mitarbeitern oder Mitgliedern (Studenten, Mitarbeiter etc.) Zugang zu allgemeinen und vor allem ständig aktualisierten Informationen zu ermöglichen. Dieses System wird Aussenstehenden meist teilweise zugänglich gemacht, ein grösserer Teil ist nur über Passwörter erreichbar. Der Handel innerhalb des Internet erfasst nicht nur Produkte, sondern auch Dienstleistungen -und Ausbildung, den Sektor der Bildung als verkäufliche Dienstleistung, besonders in den Vereinigten Staaten ein kostspieliges und lukratives Gut. Das Angebot von virtuellen Kursen in Virtuellen Hochschulen, die meist aus der Erweiterung einer bestehenden Hochschule entstehen, ist im Moment noch relativ übersichtlich, nimmt aber stetig zu. Die USA ist durch ihre Ausdehnung weniger flächendeckend mit hochwertigen Bildungseinrichtungen ausgestattet, Kommunikation aller Art ist eine Grundvoraussetzung, um Distanzen zu überwinden. Studienplätze werden nicht zentral vergeben, sondern die Universität wählt ihre Studenten aus der Anzahl der Bewerber aus, die Ausbildung an privaten Hochschulen ist mit sehr hohen Studiengebühren belegt. Diese Grundgegebenheiten gepaart mit einer innovativen Grundeinstellung der Verbraucher macht Teleteaching zu einem sinnvollen Mechanismus, Distanzen zu überbrücken. Der Urprungsort der sogearteten Projekte relativiert sich durch die allgemeine Zugänglichkeit. Nationalzugeordnete Projekte beschreiben einen Ausgangsort, von dem die Einrichtung der Site vorgenommen wird - ein Ort, der von den Nutzern nicht unbedingt direkt erfahren wird.

Die Konsequenzen des Lernens und Lehrens von zuhause aus werden skeptisch beäugt, aber auch hoch gepriesen. Die Ortsungebundenheit des "Distance Learning" reduziert das Pendeln oder das Unterhalten von Zweitwohnungen oder Hotelzimmern. Damit wird das Thema Umweltschutz aktuell, die Frage, ob distance education nennenswerte Auswirkungen auf Verkehr und Wohnungsnot haben kann. Studenten können von zuhause aus an Vorlesungen und Seminaren teilnehmen, persönliche Anwesenheit kann sich auf Prüfungen und spezielle Veranstaltungen reduzieren. Durch die zeitunabhängige Durchführung von Diskussionen können Studenten und Lehrer auf ihren individuellen Arbeitsrhythmus eingehen, oder sich in völlig unterschiedlichen Zeitzonen aufhalten. Sorgfältiges Verfolgen von Inhalten ist jedoch Voraussetzung für den Erfolg derartiger Kommunikation, da bei zeitverschobenen Diskussionen die Gefahr besteht, dass es sich um eine den Studenten jederzeit zugängliche Ansammlung von Kommentaren handelt, anstelle um fachlich kompetente und fruchtbare Diskurse. Selbstmotivation ohne direkte sozial genährte Inspiration erfordert einen hohen Einsatz an Disziplin. Da Inspiration zu Lernen und ein grosser Teil des Erfassens von Information und Inhalten sich mehr als bei konventionellem Untericht aus dem präsentierten Material ergeben muss, ist eine sorgfältige Dokumentation und didaktische Aufarbeitung des Stoffes Grundlage, was gleichzeitig den Prozess des Erfassens beschleunigt. Selbstaendiges und aktives Lernen erhält einen grossen Stellenwert, verlangt strafunabhängige Selbstorganisation, lässt aber auch enorme Freiheiten, auf persönliche Präferenzen und Lebensumstände einzugehen. Der Lehrer oder Professor als traditionelle Respektperson und Vorbild tritt in den Hintergrund, kann nur entfernter Partner oder Wissensvermittler sein. Didaktik ändert sich mit dem Wechsel von physischer Präsenz in der Uni zur Erreichbarkeit an einem anderen Ort. Traditionelle Lehrmethoden wie Vorlesungen, Seminare und Entwurfskorrekturen können nicht unbesehen auf den Netzunterricht übertragen werden. Die simultane Zugänglichkeit von Sachverhalten sowie die Vernetzung anstelle der linearen Gliederung von Aktionen kann bei sorgfältigem Einsatz die Komplexität des Bauprozesses simulieren und trainieren.

Die eingesetzten Mittel des dezentralen Studierens bestehen in Computern ausgestattet mit verschiedener Kommunikationssoftware und erfordern die damit verbundenen technischen Grundkenntnisse sowie die Anwendung verschiedener Programme. Kommunikation erfolgt hauptsächlich über das Verfassen von Kommentaren und anderen Texten. Häufig wird die physische Anwesenheit durch technisches Equipment simuliert. Videokonferenzen fingieren das Am-ort-sein und übertragen Räume und Aktionen in Räumen. Von Seiten der Lehrer werden Kooperationen weltweit möglich, ohne je ein Flugzeug zu besteigen, der Austausch von Forschung und Lehre wird vereinfacht, aber auch die Möglichkeiten zum Missbrauch erweitert. Die Frage nach der Urheberschaft muss ganz neu gestellt werden.

Architektur und Buch

Betrachten wir die Architektenausbildung im Bezug auf das Internet können auch hier drei unterschiedliche Anwendungsgruppen festgestellt werden. Architektur- und Projektpublikationen haben bereits früh in das Internet Eingang gefunden. Bill Mitchell (MIT) veröffentlichte - in Hypertext der Programmierstruktur des Internet codiert - die vollständige Version seines Buches "City of Bits" im Internet, versehen mit Links, die umfangreiche Hintergrundinformation zu seiner Thematik liefern. Die Technik und Wahrnehmung von html-Dokumenten verlangt eine differenzierte Behandlung und kann nicht dem Buch gleich als linearer Text ins Internet übertragen werden. Um die Lesbarkeit am Bildschirm zu vereinfachen, wurden die Kapitel in kleinere Einheiten aufgeteilt. Inhaltsverzeichnisse sind an jeder Stelle zugänglich und bewirken eine vernetzte Vorgehensweise im Gegensatz zu einem fortlaufenden Buch. Das Springen von Information zu Information mit der andauernden Möglichkeit oder Gefahr, dass man die jeweilige Homepage für immer verlässt ist ein verbreitetes Phänomen in der Netzwelt. An ein Buch können Diskussionsforen geknüpft werden, der Autor selbst nimmt per E-mail zu Kritik, Anregungen und Fragen Stellung. Die aktive Teilnahme an der Rezeption eines Buches war gemeinhin Kritikern vorbehalten, der Käufer eines Buches war nur durch die Bestsellerlisten direkt involviert. Im Gegenzug dazu muss der Autor sein Buch allerdings weiterpflegen, wenn die Links weiterhin funktionieren sollen oder auf den neuesten Stand gebracht werden müssen. Durch die Verlinkung mit anderes Quellen wird Hintergrundwissen zugänglich gemacht und das behandelte Thema aus der Isolation eines Autors gehoben.

Beispiele: Architektur und Distance Teaching

Die meisten Universitäten nutzen das Internet mehr oder weniger intensiv als Medium zur Veröffentlichung ihrer gesamten Organisationsstruktur, als Adressbuch, Orientierungshilfe, Semesterprogramm und Bibliothekskatalog.
Die ETH Zürich bestitzt eine extrem weit entwickelte Website, die den normalen Campusbetrieb erweitert und den Studenten neben Tutorials zu verschiedener Software auch einen Teil des Kursangebotes online liefert. (siehe Maia Engeli) Die angebotenen Kurse setzen sich allerdings gleichzeitig häufig mit dem Territorium des Internet, virtuellem Raum und den architektonischen Möglichkeiten auseinander. Eine Orientierung in Richtung graphischer Gestaltung im Gegensatz zu eher räumlichen Projekten ist zu beobachten.
Distance learning, das Lernen aus der Entfernung beinhaltet eine pädagogische Strategie, die Ausbildung unabhängig macht von Zeit, Ort, Ressourcen und anderen Umständen. Informationstechnologie bietet die Möglichkeit, Textinformationen, Bilder und Filme über Distanz auszutauschen und auszuwerten und bildet damit die Grundlage für Distance Teaching oder Learning. Studenten und Lehrer müssen mit entsprechenden Einrichtungen versehen sein, sowie die Kenntnisse vermittelt bekommen, die die Nutzung der Technologie ermöglicht. Lernen muss neu gelehrt werden und erfährt einen Bedeutungswandel. Anstelle traditionelle Lehr- und Lernmethoden auf das Internet zu übertragen, wird es notwendig neue Transfermethoden von Wissen und Vorgehensweisen zu entwickeln. Auch das Verständnis von Ort und Aufenthalt wird relativiert. Experten aus aller Welt können kurzfristig zu Projekten oder Kritiken kommen, ohne grosse Kosten zu verursachen oder zeitaufwendige Reisen in Kauf zu nehmen.
Weiterführend aus dem in sich geschlossenen System einer Universität ergeben sich Kooperationen, gemeinsam gehaltene Entwürfe, Prüfungen und Wettbewerbe. Die Zugänglichkeit von Information und Personen wird immer einfacher, erfordert aber auch immer höher entwickeltere Filter und Suchmechanismen, sowie ein ausgebildetes Beurteilungsvermögen gegenüber der angebotenen Inhalte. Ein Beispiel einer solchen Kooperation ist das Projekt der A&M University in Texas mit ihrem Campus in Mexico City.

Das Tex-Mex Virtual Design Studio praktiziert seit 1997 gemeinsame Entwurfsaufgaben mit ihrem Campus in Mexico City. Eine Entwurfsgruppe präsentiert die Projekte einer Kommission von vier Professoren in Mexiko und umgekehrt. Das Internet wird für kontinuierliche Kom[m]unikation zwischen den Beteiligten genutzt. Video-conferencing ist die effektivste Möglichkeit der Kommunikation im Rahmen von Distance teaching oder learning. Mit Hilfe der entsprechenden Technologie können Personen in den Beurteilungs[-] und Lehrprozess integriert werden, deren dauernde Beschäftigung an der en[ts]stprechenden Institution unmöglich wäre [Einrichtung von Gastprofessuren wird im deutschen Hochschulsystem behindert, was bei lebenslangen Professuren noch wichtiger wäre, als in USA]. (Zum Beispiel die Einladung von Frank Gehry zu einer Studiokritik an das MIT) Kultureller Austausch ermöglicht die Erweiterung des Verständnis für Entwurfsaufgaben aber auch die Akzeptanz unterschiedlicher Vorgehensweisen. Das Projekt wurde durch eine abschliessende Reise nach Mexiko durch die reale Komponente einer derartigen Kollaboration vervollständigt. Einschränkend wirkt der hohe Kostenaufwand für derartige Projekte, was diese Technologie meist nur gutfinanzierten Labs ermöglicht, aber nicht der breiten Masse an Architekturstudenten zugänglich wird.

Während die oben genannte Art der Zusammenarbeit noch in Kombination mit direkten Lehrmethoden und Fernlehrmethoden erfolgt, kann man ab dem Jahr 1999 auch einen vollständigen Ausbildungsgang per Internet abwickeln. Drei Richtungen, die in traditioneller Ausbildung manchmal zu kurz kommen, werden in diesen Kursen angeboten: "Business and Practice management", "Information system technologies" und "Environmental design". In diesem Programm führt ein Guide, eine virtuelle Person durch die Lehrinhalte, die Learning Units. Themen, sogenannte edtopics werden in drei Sitzungen durchgegangen und in einem Diskussionsforum mit den Klassenkameraden diskutiert. Mailinglisten ergmöglichen das Abonnieren von vorortierten Informationen, news groups konzentrieren bestimmte Interessensgebiete.

Auch eine New Yorker Universität hat einen Cyberspace Campus eingerichtet namens DIAL. Volkshochschulartige Programme sind jedermann zugänglich, es befinden sich aber auch reguläre Kursangebote im Programm. Der eingeschriebene Teilnehmer erhält ein Login und ein Passwort und kann damit den Conference Center betreten. DIAL conferencing dient dem Informationsaustausch innerhalb einer Gruppe von Leuten, die sich mit demselben Thema befassen. An Conference Meetings kann nach eigener Bequemlichkeit teilgenommen werden. DIAL strukturiert den Virtuellen Raum in conferences, items and responses.

Das Internet als Lehrmittel

Das Internet als Medium kann verglichen werden mit einem gigantischen flexiblen kommunikativen Buch, das die vielfältigsten Informationen enthält und beliebig erweitert werden kann. Effektiver Einsatz nutzt die entstehende Hierarchieform, die dauernde Präsenz seines Inhaltes, sowie die Geschwindigkeit der Bereitstellung und damit verbundene Relativierung von Zeit als verzögernde Variante in herkömmlicher schriftlicher Kommunikation per Brief oder Post. Bereits die Einführung des Telefax ermöglichte nahezu zeitgleichen Erhalt von schriftlicher Information mit seiner Versendung. Bei den betrachteten Beispielen zeigt sich, dass eine blosse übertragung einer Entwurfsveranstaltung nur unter hohen technischen Anforderungen erfolgreich sein kann. Die Fernuniverstiät Hagen bietet ähnliche Ausbildungsgänge bereits seit langer Zeit erfolgreich an, es handelt sich daher also nur um eine vielschichtige Erweiterung einer bestehenden Verfahrensweise. Eine Orientierung zu seltener gelehrten Ausbildungsgängen, die die starke Konzentration der Architekturausbildung auf den Entwurf zu den in der Praxis stärker gefragten Fachbereichen lenken gibt dem distance learning mehr Möglichkeiten als eine ortsgebundene Universität Hier besteht auch die Möglichkeit, weniger frequentierte Themen wie Denkmalpflege, Bauakustik, Lichtplanung, Fertigungstechnik, Bauen in der 3.Welt, in die Lehre zu integieren, ohne einen eigenen Lehrapparat mit vielen ortsansässigen Dozenten aufbauen zu müssen. Wünschenswert wäre eine durchdachte Kombination der technischen Möglichkeiten, gekoppelt mit berufsständischer Initiative zum beispiel Datenbanken zu schaffen, die Informationen des Bausektors zentral zugänglich und aktuell halten.
Das Internet als Ergänzung einer Universitätsstruktur bietet die effektivste Nutzung aller Unterichtsmedien und vermeidet soziale Isolation sowie das Fehlen einer Kontrolle über die erarbeiteten Inhalte und Lernziele. Dagegen ermöglichen Fortbildungsprogramme und Zusatzstudiengänge auch praktizierenden Architekten eine Teilnahme an denselben. (Weiterbildung von Architekten ist in den USA Grundanforderung um die Zulassung zu behalten.)
Die Betrachtung verschiedener Kursprogramme zeigt, dass es noch kein einheitliches Vokabular für die angebotenen Online Veranstaltungen gibt, verschiedene Bezeichnungen für dieselbe Art von Veranstaltung werden entwickelt. Die gestellten Aufgaben befassen sich häufig auch mit dem Internet als Territorium, verändern also die klassische Architekturaufgabe mit der Einführung des Mediums. Start graphische Orientierung ist spürbar, die Liniendarstellung oder Patternorientierung von Projekten liegt nahe und ist technisch und vorstellungtechnisch einfacher erfass- und produzierbar. Da die konzeptionellen und innovativen Ansätze in der Architektur zu begrüssen sind, ist dies sicher ein Zweig wachsender Experimentierfreude. Aus dem Medium heraus entwickeln sich neue Fachbereiche der virtuellen Architektur.

Online Studienprogramme entstehen im Moment vielerorts, Vor allem in den Vereinigten Staaten erhoffen Schulen lukrative Geschäftsideen hinter der vernetzten Ausbildung. In Europa oder vor allem in Deutschland, wo der Bildungsmarkt noch vornehmlich in staatlicher Hand ist , hofft man eher den Druck zu hoher oder zu niedriger Studentenzahlen durch die Einführung der indirekten Lehre ausgleichen zu können. Gleichzeitig kann durch ein erweitert zugängliches Angebot ein ganz neuer Kundenkreis angeworben werden. Wie an Projekten der ETH Zürich sichtbar, funktionieren die Projekte, die die Lehre vor Ort unterstützen ausgezeichnet. Im Bereich der Architektur funktionieren videogestützte Kooperationsprojekte sehr gut, wie sich die anderen Angebote entwickeln bleibt abzuwarten, da das Programm noch nicht ganz ausgereift ist.

 Original-Artikel

Links

http://www.kka.de/learntec/ (Alternatives in Architectural Education)

Virtuelle Lehrangebote
http://www.newgraduate.org (new architecture school in the internet)
http://www.open.ac.uk
http://www.dialnsa.edu
http://www.concord.kaplan.edu
http://www.ib.hu-berlin.de/~fern<br> http://www.student-online.de/los.html
http://www.idw.tu-clausthal.de
http://www.csun.edu/sociology/virexp.htm
http://www-caes.mit.edu/ (MIT center for Advanced Education)

Collaborations, joined studios
http://scholar.lib.vt.edu/ejournals/JDC/Fall-1998/

Buecher
http://www-mitpress.mit.edu:80/City_of_Bits/Getting_to_the_Good_Bits/

Lehre
http://caad.arch.ethz.ch/info/caad_paper.html
http://alterego.arch.ethz.ch/
http://space.arch.ethz.ch/
http://www.caad.arch.ethz.ch/projects/acm
http://www.architektur.uni-stuttgart.de/labor/lehre/toolbox/info/
http://www.fh-konstanz.de/studium/fachb/wwwag/
http://vu.fernuni-hagen.de

Virtuelles
http://www.echtzeit.de
http://www.artcom.de
www.candarch.de